Dr. med. Hutter beantwortet Ihre Fragen zum Thema „Erkrankungen des Enddarms”

Was sind Dickdarmpolypen?
Polypen im Darm stellen ebenfalls ein häufiges Krankheitsbild dar. Sie werden bei 7% aller Menschen beobachtet. Es handelt sich um eine primär gutartige Wucherung der Schleimhaut, die in den Darm hineinragt, diesen verengen oder sogar verschließen kann. Bevorzugt treten Polypen im höheren Lebensalter auf, sie befallen vor allem die Endabschnitte des Darms. Die besondere Bedeutung der Polypen liegt in ihrer Neigung zur bösartigen Entartung. Deshalb müssen Polypen unbedingt entfernt werden.

Was spürt der Patient?
Ca. 60% der Betroffenen haben überhaupt keine Beschwerden. Polypen werden hier als Zufallsbefund festgestellt, z. B. bei Austastung des Enddarms. Ein Teil der Patienten berichtet über Schleimabgang, „Blut im Stuhl” oder Schmerzen. Selten können besonders tief sitzende und große Polypen durch den After nach außen treten und sichtbar werden.

Was sind die Ursachen?
Es handelt sich um eine Wucherung von Schleimhautzellen. Eine wesentliche Rolle spielt hier die familiäre Belastung.

Wie werden Polypen diagnostiziert?
Der Arzt kann Polypen bei tiefem Sitz durch Austastung mit dem Finger nachweisen. Blut- und Schleimbeimengungen im Stuhl lenken den Verdacht auf eine Darmerkrankung. In diesem Fall ist eine Spiegelung des Darmes unbedingt anzuraten, um eine bösartige Erkrankung auszuschließen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Jeder Polyp muss vollständig abgetragen werden und dann feingeweblich unter dem Mikroskop auf Bösartigkeit untersucht werden. Das Abtragen der Polypen geschieht schmerzarm während einer Darmspiegelung durch eine elektrische Schlinge.

Was sind Hämorrhoiden?
Es handelt sich um eine Gefäßerkrankung im Enddarmbereich. Dabei kommt es zu krampfartigen, knotenförmigen Erweiterungen von Gefäßpolstern, welche oberhalb des Schließmuskels in der Schleimhaut liegen und an der Erhaltung der Stuhlkontinenz beteiligt sind. Sobald die Hämorrhoiden eine bestimmte Größe erreicht haben, können diese aus der Afteröffnung hervortreten, verbunden mit äußerst schmerzhaften Entzündungen und Schleimhauteinrissen bis hin zu Thrombosen.

Was spürt der Patient?
Juckreiz und Brennen in der Aftergegend können erste Zeichen eines Hämorrhoidialleidens sein. Fremdkörpergefühl, Nässen oder Schleimabsonderungen treten hinzu. Im weiteren Verlauf kommt es zu hellroten Blutungen. Der Patient bemerkt Blut am Toilettenpapier oder als streifige Stuhlauflagerung. Im Spätstadium liegen Hämorrhoiden gut sichtbar als stark schmerzhafte, bläuliche Vorwölbungen außerhalb des Schließmuskels und lassen sich nicht in den Anus zurückbewegen. Es ist zu beachten, dass sich hinter den Symptomen vemeintlicher Hämorrhoiden auch eine bösartige Geschwulst des Mast- und Enddarmes verbergen kann, da die Beschwerden anfangs ähnlich sind. Deshalb muss bei jedem Hämorrhoidialleiden immer ein bösartiger Tumor ausgeschlossen werden.

Was sind die Ursachen?
Als Hauptursache gilt eine angeborene allgemeine Bindegewebsschwäche. Begünstigende Faktoren sind Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang, ballaststoffarme Kost, Schwangerschaft, langzeitige stehende und sitzende Tätigkeit.
70% aller Erwachsenen über 30 Jahre leiden unter diesem Krankheitsbild.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Grundlage ist die Stuhlregulierung durch ballaststoffreiche Kost und Bewegung. Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang müssen unbedingt vermieden werden. Abführmittel sollten jedoch nur im Einzelfall und kurzzeitig angewandt werden. Eine konsequente Analhygiene ist unerlässlich. Das therapeutische Spektrum umfasst hier, je nach Größe und Ausdehnung der Erkrankung, die Verödungstherapie, die Gummibandligatur oder die operative Entfernung einzelner oder mehrerer Hämorrhoidialknoten in Anwendung mit der CO2-Lasertechnik.

Was ist eine Analfissur?
Es handelt sich um einen äußerst schmerzhaften, längs verlaufenden Einriss in der Afterschleimhaut.

Was spürt der Patient?
Während und nach der Stuhlentleerung kommt es zu anhaltenden, krampfartigen Schmerzen, unter Umständen kann es zu kleinen Blutungen kommen. Durch Stuhlreste kann sich ein solcher Einriss leicht entzünden.

Was sind die Ursachen?
Ursächlich ist ein erhöhter Spannungszustand der Schließmuskulatur, der sogenannte Muskeltonus, an erster Stelle zu nennen. Es entwickelt sich ein Teufelskreis, denn dieser erhöhte Muskeltonus wird gleichzeitig durch den Schmerz unterhalten. Begünstigend wirken harter Stuhl und Verstopfung. Mitunter kann sich eine chronische Darmerkrankung wie z. B. der sogenannte Morbus Crohn hinter diesem Erscheinungsbild verbergen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Bei akuten Fissuren erfolgt die Behandlung mit Salbeneinlagen, Zäpfchen und Sitzbädern. Eine behutsame mechanische Dehnung des Schließmuskels kann versucht werden. Bei chronischen Fissuren kann durch Spaltung des Schließmuskels eine Senkung des Spannungszustandes erreicht werden. Dieser operative Eingriff kann in Narkose. aber auch in örtlicher Betäubung ausgeführt werden.

Sollten Sie weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Beantwortung über unsere Kontaktaufnahme zur Verfügung. Für die Vereinbarung eines Voruntersuchungstermins wenden Sie sich an uns.


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