Weniger Schmerz durch minimal-invasive Chirurgie

Wenn diese speziellen Trainingsprogramme nicht ausreichen, bringt ein operativer Eingriff in den allermeisten Fällen den gewünschten Erfolg.

Operation
Aufbauend auf den aktuellen Erkenntnissen der Beckenbodenfunktion bieten wir neue, wenig belastende und kaum schmerzhafte Operationen an, die unter den Begriff der minimal-invasive Chirurgie fallen. Durch spezielle Untersuchungen können wir Ihnen den zu erwartenden Erfolg oft schon vor der Operation zeigen. Die Gebärmutter muss keinesfalls immer entfernt werden, wie heute noch viele Ärzte glauben. Eine Gebärmutterentfernung führt eher zu Blasenproblemen im späteren Leben, wie neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen. Es ist ebenfalls weiterhin möglich, ein Kind zu bekommen. Wir empfehlen dann einen Kaiserschnitt.

Die Vorteile der neuen Techniken:

• Hohe, bisher nicht erreichte Heilungsraten
• Geringe Schmerzen
• Kleine Wunden
• Kein Blasenkatheter postoperativ
• Kurzer Krankenhausaufenthalt
• Schnelle Rückkehr ins Alltagsleben



Der Unterschied zu herkömmlichen Operationen

Unsere Methode baut auf dem neuen Verständnis auf, wie der Beckenboden arbeitet, wenn er normal funktioniert. Da oft nur wenige Millimeter über Erfolg und Misserfolg entscheiden, operieren wir durch eine Vergrößerungslinse bzw. ein Operationsmikroskop. Haut oder zuviel Gewebe wird nicht mehr entfernt, sondern wiederverwendet und spannungsfrei elastisch in Schichten übereinandergelegt.

Bänder, die überdehnt sind und nicht mehr funktionieren, werden erneuert. Dieses ist erst dadurch möglich geworden, dass Prof. Petros in Zusammenarbeit mit der Firma TYCO ein Instrument entwickelt hat, mit dem sich die Bänder an die gewünschte Stelle bringen lassen. Das Innovative der von mir verwendeten neuartigen Bänder besteht darin, dass der Körper angeregt wird, Bindegewebe und elastische Fasern in das Netzgewebe einsprießen zu lassen. Dadurch wirken diese Bänder wie gesunde, elastische, körpereigene Bänder.

Die Operationen werden vaginal in kleinen Schnitten durchgeführt und erfordern höchste Genauigkeit. Die Bänder und Gewebestrukturen müssen sorgfältig freipräpariert und gespannt werden. Dadurch, dass gewebeschonend in einem Bereich operiert wird, der kaum Nerven enthält, vermeidet man Schmerzen nach der Operation und ein Ausreißen der Nähte, was früher zu schlechten Ergebnissen führte. Fast immer kann bei unseren Operationstechniken auf eine Scheidentamponade oder einen Dauerkatheter verzichtet werden.


Die Ergebnisse

Operationsergebnisse:
Es gibt für keine Operation eine Erfolgsgarantie. Bei über 350 von mir durchgeführten Operationen liegt die Heilungsrate allerdings bei 80 – 100 Prozent, je nach Grad der Schädigung. Ein weiterer großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Operationen ist, dass die Scheide nicht verkürzt wird, in normaler anatomischer Lage verbleibt und nur kleine Narben entstehen. Je nach Schweregrad der Defekte im Beckenboden- und Scheidenbereich muss man teilweise zweizeitig vorgehen. Der Versuch, alle Defekte immer in einer Sitzung zu beseitigen, hat sich nicht bewährt. Dieses kann zu Überkorrekturen führen.

Zu Hause angekommen:
Die Operationsmethoden wurden so entwickelt, dass die Patientinnen schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren können. Normalerweise kann der Patient nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus sofort wieder Autofahren, kochen, einkaufen, Kinder hüten und nach wenigen Wochen wieder arbeiten.

Die Nachuntersuchung:
Am Entlassungstag sowie sechs bis acht Wochen nach der Operation ist eine Nachuntersuchung bei uns oder dem einweisenden Arzt notwendig. Bis zum kompletten Abheilen der Wunde vergehen 2 bis 3 Monate.

Welche Beschwerden können mit dem Petros/Goeschen-Verfahren behandelt werden?
• Unkontrollierter Urinverlust bei körperlicher Belastung
• ständiger Harndrang
• häufiger Gang zur Toilette bei Tag
• häufiges Wasserlassen in der Nacht
• Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung
• Schmerzen tief im Becken während des Geschlechtsverkehrs oder andere, undefinierbare Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich oder im Kreuzbein-/Steißbeinbereich
• Stuhlinkontinenz und Stuhlentleerungsstörungen
• Senkung und Vorfall der Gebärmutter und der Scheide

Worin besteht der grundlegende Unterschied zu anderen traditionellen Methoden?
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die o.g genannten Beschwerden zumeist nicht durch einen begrenzten Schaden im Beckenboden entstehen, sondern oft durch ein gestörtes Zusammenspiel des gesamten Beckenbodengewebes. Wird nur ein Bereich korrigiert, sind die Behandlungs-Ergebnisse unbefriedigend.

Die Petros/Goeschen-Methode berücksichtigt den gesamten Beckenboden als eine zusammengehörende Einheit.

Prof. Dr. med. Goeschen beantwortet Ihre Fragen zu den Themen „Blasen- und Beckenprobleme” und „Gebärmutterentfernung” auf den nächsten Seiten.


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